Nein, der Grund liegt nicht darin, dass man etwas hat, um die Geschenke schön zu drapieren. Vielmehr blickt der Weihnachtsbaum auf eine lange Tradition zurück:

Einen Starttermin zu nennen, ist in der Geschichte des Christbaumes nicht möglich. Aus vielen Traditionen und Kulturen entwickelte sich der Brauch. Grün stand für neues Leben, für Hoffnung und für das Gute. So hat man sich einen immergrünen Schmuck ins Haus geholt, wenn die besinnliche Zeit begann. Im alten Rom bedeuteten Lorbeerzweige zum Jahreswechsel einen guten Start in das neue Jahr, während man sich in nördlichen Gefilden Tannenzweige für den Winter in das Haus gehängt hatte, um böse Geister zu vertreiben und den Frühling wieder herbeizurufen.

Im Mittelalter wurden erstmals Traditionen überliefert, dass man Bäume zu Anlässen schmückt. In südlichen Regionen hat sich das Maibaumaufstellen bis heute gehalten. Alljährlich wurde zur Weihnachtszeit in den Kirchen Adam und Eva bedacht, indem man einen Baum in die Kirche stellte und ihn mit Äpfeln schmückte, um an die Vertreibung aus dem Paradies zu erinnern. Jesus Christus wurde zu dieser Zeit nachgesagt, er hätte die Erbsünde aus den Menschen vertrieben, daher wurde dieser Baum am Tage Christis Geburt aufgestellt. Diese Tradition wurde sogar bis ins 19. Jahrhundert im Norden Deutschlands fortgeführt. Zur Weihnachtszeit wurden immergrüne Bäume mit Äpfeln und Abbildungen von Schlangen, Adam und Eva geschmückt.

1419 überliefert die Geschichte den ersten Weihnachtsbaum, an dem Süßigkeiten aufgehängt wurden. Eine Bäckereizusammenkunft aus Freiburg hätte nach den Überlieferungen einen Baum aufgestellt, den sie mit Naschwerk schmückten. Nach dem traditionellen Neujahrsfest durften die Kinder aus Freiburg diesen Baum abschütteln und die Süßigkeiten davon behalten.

Aus dem Jahre 1521 existiert die erste Dokumentation des Aufstellens eines Weihnachtsbaumes, in der enthalten ist, dass die Bürger vier Schillinge an den Förster zahlten, damit dieser die Bäume für sie bewachen würde, bis sie die Bäume abholten. Seit dieser Zeit hielt der Weihnachtsbaum Einzug in die Haushalte der Menschen, die genügend Geld hatten, sich diesen Luxus leisten zu können.

So entwickelte sich der Brauch immer weiter – und heutzutage ist in fast allen Haushalten zur Weihnachtszeit ein wunderschön geschmückter Weihnachtsbaum zu finden.