Sucht man im Internet die schönsten Weihnachtsgedichte heraus, wird man ganz locker auf über 200 Gedichte stoßen, die alle wunderschön sind. Meist geben die Gedichte die Stimmung am Heiligen Abend in Bethlehem wieder, oft zeigen sie aber auch, wie sich Knecht Ruprecht aufmacht, die braven Kinder zu belohnen und diejenigen Kinder, deren Jahr nicht allzu sehr von lieben Verhalten geprägt war, mit einer Rute zu bestrafen.
„Von drauß‘ vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr. All überall auf den Tannenspitzen sah ich goldene Lichtlein blitzen.“ Das sind die ersten Zeilen von Theodor Storms „Knecht Ruprecht“ – und nach diesen Zeilen hört das Gedichtwissen bei vielen auf. Nur gut, dass man dieses wundervolle Gedicht, was Geschichte schrieb, überall im Internet und in fast allen gängigen Gedichtbänden für Weihnachten finden kann. Theodor Storm lebte von 1817 bis 1888 – daran wird sichtbar, wie lange sich diese Zeilen halten.
Auch Joseph von Eichendorff, ebenfalls deutscher Dichter, der seine Epoche maßgeblich geprägt hat, schrieb ein Werk über die besinnliche Weihnachtszeit. Auch seine ersten Zeilen sagen jedem etwas, der auch nur ein wenig belesen ist: „Markt und Straßen stehn verlassen, still erleuchtet jedes Haus. Sinnend geh ich durch die Gassen, alles sieht so festlich aus.“ Joseph von Eichendorff bewundert die Landschaft, die durch den weißen Schnee weit wirkt und erfreut sich an Kinderaugen, die in der besinnlichen Zeit leuchten. Er schreibt, dass er sich heimatlich fühlt – ein Gefühl, was doch so fern sei und zur Weihnachtszeit endlich wiederkehre.
Moderne Werke aus der heutigen Zeiten beschreiben Weihnachten eher kindgerecht. Am Verlauf der Literatur fallen der verlorene Weihnachtssinn und das besinnliche Gefühl, was immer mehr auf der Strecke bleibt, besonders bei Erwachsenen, sehr auf. Während in vergangenen Jahrhunderten Gedichte auch in Erwachsenen dieses eine, dieses besondere Gefühl der Weihnacht hervorriefen, werden solche heutzutage sehr selten geschrieben. Eher beschreibt man für heranwachsende Generationen auf lustig-nette Art und Weise, wie der Weihnachtsmann zu den Kindern findet.
Vielleicht lässt sich an dieser Stelle die kleine kritische Bemerkung machen, dass es toll wäre, wieder mehr Gedichte auch für Erwachsene lesen zu können, die die besinnliche Stimmung wiedergeben.
Inka
29. Oktober 2008 um 19:50 Uhr
Gute Idee.
Ich würde ja den ersten Schritt versuchen. So einfach
scheint das aber wohl nicht zu sein.
Wer kann helfen?